Save the date :)

Die Vorträge finden in den Veloplus Filialen Emmenbrücke (23.11.2018) und Winterthur (18.01.2019) statt. Wir freuen uns über alle interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer.

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Neue Spendenoption

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Diese Woche hat einmal mehr ein neues Semester bei Safisha mit 100 Kids begonnen. Das hat uns dazu veranlasst, alles nochmals genau unter die Lupe zu nehmen. Finanziell sieht es leider im Moment „nicht so rosig“ aus und wir haben sogar Mühe, die monatlichen Kosten für die Schule zu bezahlen. Das wiederum bedeutet natürlich, dass wir keine Kapazitäten haben, das Projekt des Schulhausbaus weiterzubringen. Wir geben aber alles daran, dies zu ändern und sind dazu aber auf viel Hilfe angewiesen.

Wir haben nun ein neues Konto eröffnet, welches ermöglicht, durch einen Dauerauftrag eine monatliche Spende einzusenden.
Die momentanen Ausgaben der Schule betragen 1450 CHF pro Monat. Dazu gehören:

  • 50.-       Schulmaterialien
  • 600.-     Löhne (4 Lehrer à je 150.-)
  • 300.-     Mietkosten
  • 200.-     Strom und fliessendes Wasser
  • 300.-     Mittagessen für die Kinder

Alle Mathegenies können hier direkt ablesen, dass schon eine kleine monatliche Spende von 3 Franken tatsächlich das Mittagessen eines Kindes für einen Monat finanziert. Der monatlich gespendete Betrag ist absolut euch überlassen – wir nehmen alles dankbar an und hoffen, dass wir es irgendwie schaffen, die fortwährenden Ausgaben durch eure Beiträge abzudecken und uns somit bei der weiteren Spendensuche auf das Bauprojekt fokussieren können.

Das Konto läuft unter meinem Namen (Carmen Knöpfel) und ermöglicht mir, die monatlich einkommenden Spenden immer am Anfang des Monats ohne weitere Überweisungsgebühren an Safisha zu überweisen. Die Kontodaten lauten folgendermassen:

Kontobezeichnung:    Knöpfel Carmen
Kontonummer:           15-114746-8
IBAN:                              CH98 0900 0000 1511 4746 8
Adresse:                        Schuelerwisstrasse 12, 8477 Oberstammheim
BIC:                                POFICHBEXXX (nur für Auslandzahlungen benötigt)

Selbstverständlich können auf dieses Konto auch einmalige Spenden überwiesen werden. Wir bedanken uns schon im Voraus herzlich für eure Unterstützung.

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Hakuna Matata – es gibt keine Probleme!

Ein plätschernder Fluss, eine leichte Brise, das Rauschen der Bananenbaumblätter, blauer Himmel, die Spuren von Zebras auf dem Boden… Das alles passt bestens zu einer wunderschönen „Hakuna Matata Szenerie“.

Doch manchmal trügt der Schein… Was wir leider schmerzlich selbst erfahren mussten.

Wie ihr aus unserem letzten Eintrag im Januar entnehmen konntet, hätten wir damals eigentlich Ende des Monats stolze Besitzer des Grundstücks für die neue Schule sein sollen. Hätten sein sollen. Falscher grammatischer Modus meiner Meinung nach, aber leider trotzdem der sachlich Korrekte. Mit riesiger Freude bin ich erneut nach Kenia gereist und war bereit, die nächstgelegene Schaufel in die Hand zu nehmen, um den Spatenstich zu vollführen. Kurz vor meiner Ankunft musste Alice, die Schulleiterin, jedoch realisieren, dass wir mit dem Kauf des Grundstücks betrogen wurden. Glücklicherweise hat sie eine Gabe dafür, Situationen richtig einzuschätzen und zog im letzten Moment die Reissleine. Wir schalteten die Polizei ein…

Das Geld war bezahlt. Das Grundstück jedoch nicht in unserem Besitz – wir sassen auf Nadeln. Die Polizei nahm die Anschuldigungen Gott sei Dank ernst und stellte sich sofort auf Alice’s Seite. Es stellte sich dann heraus, dass hinter allen Geschehnissen eine Gang involviert war. Da wir selber lange im Dunkeln tappten und es uns viel Zeit kostete, zu verstehen, was falsch gelaufen ist, würden die genauen Erläuterungen den Rahmen dieses Blogs sprengen.

Fakt ist, dass inzwischen das Geld in Raten zurück bezahlt wird und Safisha auf die Unterstützung der offiziellen Behörden zählen kann.

Nochmals alles gut gelaufen – hakuna matata – die Ereignisse haben uns aber weit zurück geworfen auf unserem Weg zur Verwirklichung unseres Projekts. Mein Frust und meine Enttäuschung waren sehr gross. Alice hingegen lässt sich nicht so einfach unterkriegen und begann sofort nach neuen Grundstücken zu suchen. Kurz darauf hatte sie bereits neue Termine für Grundstücksbesichtigungen vereinbart und verliebte sich sofort in die zu Beginn beschriebene Idylle. Nach ordentlichem Prüfen der Rahmenbedingungen, entschied sie sich dafür, dieses Land zu kaufen.

Die gute Nachricht hinter dem Ganzen ist, dass das neue Grundstück nur schon aufgrund der allgemeinen Lage und dem direkt anliegenden Fluss attraktiver ist. Die schlechte Nachricht allerdings ist, dass es nochmals 10‘000 US Dollar mehr kostet als das Erste.

Da wir nun wieder die Sicherheit haben, dass alle Unterstützungsbeiträge am richtigen Ort landen, werden wir unser Bestes geben, das Projekt weiterhin unter die Leute zu bringen und versuchen, damit die Kids bei Safisha nachhaltig zu unterstützen.

Zum Abschluss noch einige Impressionen des wunderbaren Schulalltags bei Safisha, wie ich ihn einmal mehr erleben durfte.

Es geht voran :)

Nach einigen Up’s und Down’s wird es uns dank eurer Unterstützung Ende dieses Monats endlich möglich sein, das Grundstück für die neue Schule zu bezahlen.

Obwohl immer noch ein langer Weg bevorsteht, bis die Schule von den Safisha Kids belebt werden kann, freuen wir uns riesig, dass wir es schon so weit geschafft haben und sind euch allen nach wie vor dankbar, wenn ihr all euren Coucousinen, Frisören, lieben Nachbarn, Stammtischfreunden und Jasspartnern von unserem Projekt erzählt.

Herzlichen Dank!

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Der Alltag geht weiter

Unsere Ankunft in Nairobi liegt schon fast drei Monate zurück. Langsam aber sicher sind alle von uns wieder im europäischen Alltag angekommen. Herbstlicher Nebel statt afrikanische Sonne, Spicy Caramel Latte Macchiato statt Tee, Uhr statt Sonnenstand, Auto statt Velo, Zeitdruck statt pole pole, farblich passender Gürtel zu Schuhe statt passende Flicken auf Löcher in der Hose, Induktionsherd statt Feuer, isoliertes dreistöckiges Haus statt Zelt – Unterschiede, die gar nicht in Wort zu fassen möglich sind.

Nicht nur unser Alltag geht weiter, sondern auch derjenige in Nairobi. Die Kinder werden nach wie vor in der bisherigen Schule unterrichtet. Unter diesem Link ist ein kleines Video von der 10 Uhr Pause zu finden, welches zusätzlich zu den Fotos eine Impression des aktuellen Alltags bei Safisha ermöglicht.

Die Pläne für die neue Schule schreiten langsam voran. Weitere Klassen aus der Schweiz haben sich dazu bereit erklärt, verschiedene Spendenaktionen für unser Projekt zu veranstalten. Zusätzlich läuft auch immer noch unsere Fundraising Campaign auf Causevox und weitere Zeitungen berichteten über Cycle For Safisha Africa. Die entsprechenden Berichte sind unter Presse verfügbar.

Der lange Weg mit den Rädern auf der Strasse haben wir erfolgreich abgeschlossen. Der immer noch zu gehende Weg bis zur Verwirklichung des Schulbaus wird allerseits mit Zuversicht fortgelegt. Wir werden Sie hier gerne über sämtliche Fortschritte informieren und bedanken uns einmal mehr für jegliche Art von Unterstützung, die wir bisher aus vielen verschiedenen Ecken erhalten durften!

GRUNDSTÜCK

Dürfen wir vorstellen?
Das Grundstück für die neue Schule

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Letzte Woche konnte ich das erste Mal das Grundstück für die neue Schule besichtigen. Es befindet sich etwas ausserhalb von Nairobi und bietet die besten Voraussetzungen für Alice’s Pläne, welche hier genauer beschrieben sind.

Das Foto zeigt allerdings auch, dass noch ein langer Weg bevorsteht. Wir sind jedoch absolut sprachlos, was wir dank eurer Hilfe schon alles erreichen konnten und bedanken uns einmal mehr von ganzem Herzen für jegliche Unterstützung, die wir erhalten haben!

Tourdaten

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Auf der obenstehenden Abbildung ist ein Ausschnitt unserer Offlinekarte zu sehen. Die rot markierten Orte zeigen jeden Übernachtungsort an. Für alle diejenigen, die an den genaueren Daten interessiert sind, oder sich vielleicht sogar selber für einen Teil der Strecke aufs Rad schwingen wollen, ist untenstehend ein PDF-Dokument zu finden.

CFSA Tourdaten

Endspurt

„Noch 1000 Kilometer bis Nairobi.“

Nachdem wir die Zeit in Kabale nutzten, um unsere Velos ein bisschen Liebe spüren zu lassen, schien uns die letzte Etappe wie ein Katzensprung. Zum ersten Mal war Nairobi kein blosser Ortsname mehr, sondern ein greifbares Ziel in nächster Nähe.

Beflügelt legten wir die 300 Kilometer bis nach Masaka in drei lockeren Tagen zurück. Einmal mehr war die Strasse gut zu uns und stärkte uns mit feinstem Streetfood und der obligatorischen Zuckerdosis in 300 ml Glasflaschen.

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Zwei Tage vor Ugandas Hauptstadt Kampala wartete ein weiteres Tour-Highlight auf uns: der Äquator. Unsere Vorstellung, die Grenze zwischen Süd- und Nordhalbkugel, wo das Wasser im Abfluss die Richtung ändert, mit dem Velo zu passieren blieb allerdings weitaus spektakulärer als die tatsächliche Überquerung. Ein weisser Strich quer über die Strasse, ein paar Asiaten, die beim Selfie-Schiessen fast überfahren werden und ein verdrecktes Schild mit der Aufschrift „Equator“, das ansonsten auch das Ortseingangsschild von Oberstammheim hätte sein können, waren alles.

Am Abend schlugen wir unsere Zelte in einem Naturreservat auf einer Campsite am Waldrand auf. Auch nach drei Monaten unterwegs hatten wir noch nicht an einem derartigen Ort übernachtet. Die paar Meter zum Wasserholen in den dichten, unberührten Wald hinein fühlten sich wie ein 7 Kilometer Marsch an. Wir mussten unser kleines afrikanisches Radio voll aufdrehen, um gegen die Geräuschekulisse aus Quaken, Schnattern und Schreien anzukommen und die Moskitostiche aus jener Nacht sind ungezählt.

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Vom einsamen Kerzenschein zwischen Grashüpfern und Blätterwerk ging es am nächsten Tag ins grelle Neonlicht von Kampalas Shoppingmalls. Der Kontrast hätte nicht grösser sein können. Am folgenden Off-Tag genossen wir die, auf unserer Tour selten angetroffenen, Reize des Grossstadtlebens. Cappuccini und Croissants am Morgen, eine Scheibe frischgebackenes Vollkornbrot am Mittag und ein, zur Abwechslung mal, eisgekühltes Nile-Special-Bier am Abend versüssten unseren Aufenthalt.

Wie der Name des Biers schon andeutet, dreht sich in Uganda vieles um den sagenumwobenen Nil. Kurz vor Jinja überradelten wir ihn, knipsten ein paar Fotos und schmiedeten Pläne, Krokodile, Pyramide und Nilpferde später mit Photoshop stilvoll in unsere eher langweilig wirkenden Nilbilder einzufügen. Daraus sollte allerdings nichts werden. In der zweiten Nacht in Jinja wurden uns drei Fahrradtaschen aus dem Vorzelt geklaut. Kamera, Bargeld, Klamotten und ein paar Dinge, von denen wir wahrscheinlich gar nicht wussten, dass wir sie dabei hatten, weg.

Nach langen Stunden bei der Polizei wuede uns allmählich klar, dass wir eine Nacht in Jinja würden ranhängen müssen. Wo wir in den bisherigen drei Monaten der Fahrradtour ohne Zwischenfälle unsere Umgebung geniessen konnten, warteten nun also einige Herausforderungen auf uns.

Nachdem wir wegen dem Diebstahl aufgehalten wurden, erwischte Jérôme am nächsten Tag das Bakterium Ihr-Fahrt-Heute-Nirgends-Mehr-Hinerium. Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen und Magen-Darm Beschwerden führten uns ins Krankenhaus. Jérôme wurde an den Tropf gehangen nachdem glücklicherweise die Malariatests negativ ausfielen. Beim Anblick unseres Patienten stellten wir uns auf weitere Tage ohne Asphalt unter unseren Rädern ein. Doch auch in dieser Situation liessen wir unsere Köpfe nicht hängen, nutzten die wunderbar ausgestattete Küche des Backpackers anstelle unseres Holzkohlegrills und päppelten Jérôme mit Frucht und Gemüse vom Markt wieder auf.

Die Besitzerin des Backpackers nahm uns von Beginn an herzlich auf und überliess uns in unserer unvorhergesehenen Lage vier Tage das gemütliche Apartment ohne etwas dafür zu verlangen.

Da wir aufgrund der Jinja-Troubles nicht mehr im Zeitplan lagen, reisten wir per Bus nach Kenia ein. Eigentlich sollte dieser vor Sonnenuntergang in Nakuru sein, aber wegen des teuflischen Verkehrs blieb er vier Kilometer vor dem Ziel hoffnungslos im Stau stecken. Nachdem der Fahrer des Trucks neben uns sagte, sie stünden schon seit gestern dort, beschlossen wir, unsere Räder am Strassenrand wieder zusammenzbauen. Zum ersten Mal waren wir gezwungen, bei Dunkelheit Fahrrad zu fahren. Wir schlängelten uns durch den Abendverkehr und steuerten das erstbeste Guesthouse an. Tags darauf entschieden wir, körperlich immer noch gebeutelt, trotzdem die 70 Kilometer in die nächste Stadt Naivasha zu radeln.

Kurz bevor wir unsere Velos bestiegen, erhielten wir völlig unerwartet eine Nachricht von Alice, dass sie in Naivasha sei. Plötzlich stand fest, dass dies die letzten Kilometer unserer Tour sein würden, weil Alice uns von Naivasha mit dem Bus nach Nairobi mitnehmen würde. Einerseits war es für uns schwer vorstellbar, dass die abenteuerliche Zeit auf dem Velo durch Afrika zu Ende ging, aber andererseits wussten wir, dass es angesichts unserer Verfassung das Beste war, uns nicht Nairobis chaotischem Stadtverkehr auf dem Rad auszuliefern. Mit jedem Kilometer näher an Naivasha wurden wir wehmütiger, doch freuten uns mehr und mehr, Alice und die Safisha-Crew endlich in die Arme schliessen zu können.

Ein letzter Anstieg, eine letzte Coke, eine letzte Guetzlipause, ein letztes „Waazunguu“, die letzten Schweissperlen, wir bogen um eine Ecke, holperten über ein paar Steine, sahen Alice dort stehen, sprangen von unseren treuen Velos und umarmten uns mit Freudetränen.

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5000 km break down

100 Tage sind wir nun schon zweirädrig unterwegs. Vieles haben wir erlebt, unzählige Stunden in die Pedalen getreten und sind dabei häufig in unseren Gedanken versunken. Ein lauter Knall hat uns in Uganda nach 4900 Kilometer jedoch aufschrecken lassen. Zumindest drei von uns. Der Vierte im Bunde namens Paul der Plattenflicker ist leider seinem Namen untreu geworden und ernannte kurz davor „Cycle For Safisha Africa“ zu „Walking For Safisha Africa“. 15 Kilometer vor dem Ziel musste er sich geschlagen geben. Der Second Hand Reifenmantel aus Sambia hat ausgedient.

Aber zurück zum Knall. Das Gepäck vom Invalidenvelo auf die anderen drei Räder aufzuteilen war theoretisch keine schlechte Idee. In Afrika werden auch Fahrräder häufig auf Motorräder bepackt und hätte somit Paul mitsamt dem Velo die restliche Dust Road dem wunderschönen Lake Bunyonyi entlang bis nach Kabale bringen können. Praktisch gesehen war allerdings die Last auf Jérômes Hinterreifen mit dem Zusatzgepäck wohl doch ein bisschen zu gross. PENG. Und der zweite Mantel an diesem Tag verabschiedete sich. Eine richtige Show wurde veranstaltet, da die grüne Flüssigkeit des Schlauchs, die eigentlich ein Plattenschutz darstellen sollte, sich in alle Himmelsrichtungen verteilte.

In unseren Fahrradtaschen transportieren wir inzwischen schon einen ganzen Haushalt aber sinnvolle Ersatzteile empfanden wir immer als unnötig. Deshalb musste also auch Jérôme nach einigen Reparaturversuchen aufgeben. Die erste Teilprüfung für das Zertifikat der afrikanischen Packkunst von Fahrrädern haben wir an diesem Tag bestanden und schafften es, das meiste Gepäck auf die übriggebliebenen zwei anderen Velos aufzuteilen. Ein Fahrrad mit einem gefühlten Gewicht von mindestens zwei ausgewachsenen Elefanten bergaufwärts auf einer Dust Road zu fahren oder ein Fahrrad mit gefühlten sieben Platten bergaufwärts auf einer Dust Road zu stossen. Die Meinungen darüber, welche Option anstrengender ist, sind verschieden.

Aber nach dem Befahren einer 300 Kilometer langen Dust Road in Tansania, dem Strampeln über das Himalaya Gebirge mit vielen Kilimanjarogipfeln in Ruanda und den nicht enden wollenden Schweizer Alpen in Uganda sind wir langsam aber sicher abgehärtet.

Neue Reifenmäntel konnten nach langem Suchen am nächsten Tag aufgetrieben werden. Besonders Jérômes Velo sieht nun mit dem vorderen Mountainbike- und dem hinteren Rennradreifen richtig schick aus. Doch, wir sind gerüstet für die letzte Etappe und haben momentan stolze 5000 Kilometer auf dem Tacho.

Just do it next week weekly news

„Just do it“, heisst der berühmt berüchtigte Slogan auf den Nike Shirts in Europa. Viele hätten uns wahrscheinlich gerne diesen Spruch vor die Nase gehalten und weiterhin die Weekly News gelesen. Die afrikanische Antwort darauf würde jedoch heissen: „Just do it – tomorrow“. Genau das ist nämlich auf ihren Second Hand Nike Shirts, welche meistens auch schon einige Löcher zum Besten geben, zu lesen.
Hiermit entschuldigen wir uns, dass die Frequenz der Updates zurückgegangen ist. Meistens lag dies daran, dass wir nicht nur kein fliessendes Wasser sondern erstaunlicherweise damit verbunden auch kein Internet hatten. Zugeben müssen wir aber, dass wir dies tatsächlich sogar sehr zu schätzen wussten und die vielen Eindrücke dafür auch gerne im Nachhinein versuchen zu teilen.

Gerade geniessen wir den letzten Abend in Tansania. Unterschlupf gefunden haben wir auf der Wiese neben einer Tankstelle, welche sogar mit Duschen ausgestattet ist. Man könnte sagen, dass eine gründliche Wäsche nach 330 Kilometer Dust Road doch wieder mal notwendig war. Ansonsten hätten uns wahrscheinlich die Einheimischen bald nicht mehr Wazungu nachgerufen.

Nach wie vor sind wir aber ab und zu als Weisse an gewissen Orten fehl am Platz und es ist zurecht ein erstauntes „Wazungu“ aus allen Ecken zu vernehmen. So zum Beispiel auch im Fischerdorf Mpulungu, wo wir eine Woche auf die Fähre nach Tansania warten mussten. Die Wartezeit haben wir genutzt und versucht, unseren Dichterkünsten freien Lauf zu geben…

 

Vier Velos über Sand und Stein
Ein Stamm, der unseren Weg blockiert
Gleich werden wir in Sambia sein
Keiner da, den’s interessiert.

Die Taschen klappern auf der Piste
Schlagloch eins, Reifen null
Einmal mehr die Werkzeugkiste
Jérôme pumpt den Reifen voll.

Sam am Wegesrand erzählt
Von Eifersucht und Gleichheit
Während ein Kind Orangen schält
Nichts als Felder weit und breit.

Letzte Nacht am Malawisee
Dann 17 Hundert Meter rauf
Schlecht gepennt dank Ameisee
„You will suffer“, es hört nie auf.

Doch als die Sonne unterging
Die Oberschenkel zerren fies
Ein Lehrer, der uns nett empfing
Und den Schulraum überliess.

Am Morgen waschen wir uns gerne
An der Pumpe nebenan
Dann gehts weiter in die Ferne
Auf der Schotterpiste stets voran.